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Ein 6-tägiger Roadtrip durch Kirgisistan mit Olivia Huerta

Wir begleiten Olivia auf einem sechstägigen Kirgisistan-Abenteuer durch Bischkek, den Alaköl-Pass und den Yssykköl-See – eine Reise voller Kultur, Berge und Nomadenleben.

Olivia Huerta ist kürzlich für unsere Roamer-Kampagne mit dem 100-Liter-Duffel Bag durch Kirgisistan gereist, um die Berge zu erkunden, die Kultur zu erleben und nomadische Traditionen kennenzulernen.  Zum Glück für uns und für dich hat Olivia einen umfassenden Reiseführer aus ihrer Zeit in Kirgisistan zusammengestellt, in dem ihre Reiseroute über die sechs Tage hinweg detailliert beschrieben ist. 

Ich hatte die Chance, kurzfristig eine Reise zu machen, um einen neuen Ort zu erkunden. Viele Berge und eine reiche Kultur – Kirgistan fühlte sich einfach perfekt an. Es liegt am anderen Ende der Welt, also sind zehn Stunden Flug nicht schlecht für eine Abenteuerwoche. Ich reise oft beruflich, aber nie spontan. Ich war nervös, aufgeregt und ziemlich hippelig. Also habe ich zwei Freunde gefragt, die meine Liebe zu Bergen und Kultur teilen – Maryam, eine Künstlerin mit Leidenschaft für Bogenschießen und Handwerk, und Martin, fasziniert vom Nomadenleben und der Geschichte der Seidenstraße. 

  

Tag 0 – Vorbereitung auf ein Last-Minute-Abenteuer in Kirgisistan.

Um 6:00 Uhr schrieb Martin eine SMS aus dem Krankenhaus – Atemprobleme bedeuteten, dass er nicht fliegen konnte. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, jemanden mitnehmen zu dürfen, also rief ich meine Freundin Nina morgens um 7:30 Uhr siebenmal an. 

„Willst du mit mir morgen nach Kirgisistan reisen? Die Tickets sind gebucht.“

Tag 1 – Ankunft in Bischkek, der Hauptstadt.  

Nach zehn Stunden landeten wir um 8:00 Uhr im nebligen, regnerischen Bischkek. Ich hatte nicht einmal das Wetter gecheckt und fing gleich an, mir Sorgen zu machen, dass es die ganze Woche über regnen könnte.

Ich habe Becca (@kyrgyzgirl__),die ein örtliches Reiseunternehmen betreibt) eine Nachricht geschrieben: „Wir wollen in fünf Tagen so viel wie möglich sehen – Kultur, Bogenschießen, Berge. Unser Plan ist: Wir haben keinen Plan.“ 
 
Sie antwortete sofort, lud uns zum Abendessen ein und arbeitete eine komplette Route aus. Sie konnte nicht mitkommen, aber sie schickte einen Fahrer, der uns am nächsten Morgen um 9:00 Uhr abholte.

Tag 2 – Besuch des Burana-Turms und Reiten im Chon-Kemin-Tal 


Um 9 Uhr kam Danil an, um uns in fünf Tagen Kirgisistan zu zeigen. Erster Halt: Burana-Turm, Überreste der Stadt Balasagun an der Seidenstraße. Einst 45 m hoch, aber nach Jahrhunderten der Erdbeben steht nur noch die Hälfte. Um ihn herum standen Balbale – antike steinerne Grabmarkierungen in Menschengestalt. Warmer Wind, endlose Steppe – es war, als würden wir uns in einem Geschichtsbuch befinden.

Wir stiegen auf den schmalen Turm, in den wir kaum hineinpassten, aber die Aussicht war einfach atemberaubend. Maryam schaute hinaus und sagte: „Glück kommt nicht von innen, sondern vom Berg draußen.“

Wir fuhren weiter ins Chon-Kemin-Tal und übernachteten bei einer einheimischen Familie inmitten von Bergen und wilder Natur. Uralte Grabstätten, die angeblich über 2.000 Jahre alt sind, umgaben das Tal.

Nachdem wir uns eingelebt hatten, schlug Danil einen kurzen Ausritt vor – mein zweites Mal auf einem Pferd. Die Landschaft war irgendwie unwirklich und die Herbstfarben strahlten im Licht. Mein Pferd lief langsam genug für endlose Fotos. 

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Tag 3 – Von Chon Kemin nach Karakol 

Voller Energie machten wir uns auf den Weg. Unser erster Halt: Ruh Ordo in Cholpon Ata – ein kultureller Komplex, der die Einheit der Religionen symbolisiert. Zu Sowjetzeiten war der Glaube an Gott verboten, daher schien dieser Ort besonders bedeutsam zu sein. 

Dann ging es Richtung Karakol, in der Nähe des Issykköl-Sees. Danil erzählte uns ganz nebenbei, dass wir am nächsten Tag fünf Stunden reiten und drei weitere Stunden zum Alaköl-Pass (fast 4.000 m) hinaufsteigen würden. Wir waren sofort Feuer und Flamme. Da wir keine warmen Handschuhe hatten, suchten wir in der Stadt nach einer geeigneten Alternative, bis wir in einem Supermarkt Arbeitshandschuhe fanden. Danach waren wir total erschöpft und gingen zurück ins Hotel. 

Tag 4 – Wanderung zum Alaköl-Pass

Um 6:00 Uhr hupte ein russischer UAZ-469 draußen – Zeit für die Berge. Die unwegsame Straße schüttelte uns ordentlich durch, aber die Stimmung war super.

Ich nahm vorsorglich ein paar Allergietabletten und bin auf mein Pferd aufgestiegen. Das verschneite Tal fühlte sich wie eine andere Welt an, mit Gipfeln, die sich in 5.000 bis 7.000 Metern Höhe erhoben. Nach ein paar Stunden stiegen wir ab, um zu klettern. Nina blieb zurück, da sie unter Höhenkrankheit litt, während Maryam und ich weiter nach oben stiegen. Durch den tiefen Schnee fühlte es sich wie alpines Klettern an. Maryam war unaufhaltsam. Am Pass angekommen herrschte starker Wind, aber der Blick auf den türkisfarbenen See war unglaublich. Wir aßen etwas Trockenfisch und eine Orange, bevor wir wieder hinunterstiegen.

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Tag 5 – Jeti Oguz und der Fairytale Canyon

Die Fahrt nach unten war holprig, und dieses Mal waren wir zu müde, um zu lachen. Zurück in Karakol tauschten wir das Auto und fuhren nach Jeti Oguz und dem Fairytale Canyon. Von eisigen Bergen bis hin zur Wüstenhitze – innerhalb weniger Stunden fühlte sich Kirgistan an wie fünf Länder in einem. 

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Bei Sonnenuntergang trafen wir den Adlerjäger Nursultan und seine Familie in der Steppe. Sein siebenjähriger Sohn trainiert bereits seinen eigenen Adler. Sie scherzten, dass weibliche Adler größer und schlauer seien – „genau wie ihr drei“. Adler jagen 15–20 Jahre lang, bevor sie freigelassen werden.

Maryam hat endlich das Bogenschießen zu Pferd ausprobiert und sagte, es fühle sich unverfälscht und echt an – anstrengend, aber authentisch. Das Üben mit traditionellen Bögen lehrte uns, wie wichtig es ist, aus der Quelle zu lernen – Dinge bis zu ihren Wurzeln zurückzuverfolgen. 

In dieser Nacht haben wir in einer Jurte am Issykköl-See übernachtet. Ich habe ein kaltes Bad genommen und wir haben wie Babys geschlafen.

Tag 6 – Rückkehr nach Bischkek 

Der Rückweg fühlte sich bittersüß an. Danil hielt oft an, damit wir Fotos machen konnten. In Bischkek haben wir handgefertigte Wollhausschuhe gekauft und sie irgendwie alle in unsere 100L Roamer Duffels reinbekommen.

An diesem Abend haben wir mit Becca zu Abend gegessen. Keiner von uns konnte glauben, wie viel wir in nur sechs Tagen gesehen und erlebt haben – Berge, Kultur, Geschichte und Freundschaft verpackt in einer unvergesslichen Woche.